.Erste Abtheilung. Cap.5. 127
sich und andere, indem sie für qiite Chrlstm g'bas.ten werden, da sie doch im Grunde verderbet sind.Viele bleiben auch beständig unerkannt, ,bis derTod und das Gerichte alles ans Licht bringet.Diese Selbstbetrüger scheinen fast bis an dieHim-melsthüre zu kommen, und sie haben das feste Ver-trauen, daß sie werden eingelassen werden, müssensich aber doch endlich abgewiesen sehen. MeineBrüder, ich bitte und flehe, diese erweckende Be-trachtung ia recht wohl zu Herzen zu nehmen und siefest zu behalten, daß nämlich viele gleichsam vonder Hand einer verborgenen Sünde, die nicht nurandern, sondern auch den Sündern selbst, (weil sienichtaufchre Herzen Acht haben,) verborgen ist, hin-gerichtet werden. Es kann ein Mensch von offenba-ren Befleckungen wohl frey seyn, und dennoch wohlzuletzt durch die tödtliche Hand dieser oder jener un-wahrgenommenen Sünde sterben und umkommen.Dergleichen verborgene Sünden hat man sonderlichzwölfe, dadurch die Seelen in großer Anzahl hin.unterfahren in des Todes Rammer. Nach die«sen müßt ihr sorgfältig forschen, und dürft dieselbenfür nichts anders ansehen, als für dergleichen Kenn-zeichen, (sie mögen auch gefunden werden, wo sienur wollen,) die da deutlich darlegen, daß manaußer der Gnade stehe, und noch unbekehrt sey.So lieb euch demnach euer Leben ist, so sorgfaltigund mit so einem-heiligen Verdacht leset doch dasfolgende durch, damit ihr nicht zu denenjenigen, diedieses angehet, möget gezahlet werden. Zu denenverborgenen Sünden gehöret
§.67.