lO2 Weins Grundlegung,
wenden möge. As würde Gewalt angethan'seiner Weisheit, denn wenn Christus die Sün-der in ihren Sünden selig machen wollte, würdendie allerschönsten Gnadengaben deneniemgen vor-geworfen, die sie nicht hochschätzen, und welchesich für sie in keine Wege schicken. Erstlich ach-ten sie diese nicht» Der Unbekehrte schätzet diehohe Würde der Seligkeit ganz geringe. Erfragtso wenig nach Christo, als ein Gesunder nachdemArzt. Sein Balsam dünkt ihm geringe, die Hei-lung unsers Schadens achtet er für nichts, undsein Nlut tritt er mit Füßen.. Sollte nunwohl dieses mit der göttlichen Weisheit bestehenkönnen, wenn man deneniemgen Gnade und Le-ben aufdringen wollte, die Gott dafür zu dankentiieipals Willens sind? Wird auch der ailweiseGott das Heiligthuln denen Hunden geben,und seine perle vor die Säue werfen? Aufsolche Art würde die Gnade in der That verachtetwerden." Die Weisheit erfordert, daß-Gott demSünder das Leben schenke, wie es semer Ehre ge-mäß ist, und daß sie sorge, wie diese so wohl alsdes Menschen Glückseligkeit besteben möge. Eswürde Gottes Ehre sehr nachteilig seyn, wennman seine Perlen denen Schweinen (denen be-harrlichen Sündern) vorwerfen, und seine theu-ren Schätze an diejenigen verschenken wollte, vieda mehr Vergnügung an den Träbern dieser Welt,als an derjenigen Herrlichkeit, die der Himmel dar-beut, zu finden pflegen. Gott würde keinen Ruhmund Lob von seiner Gnade haben, so man sie denen-iemgen zuwenden wollte, die nicht allein derselben
un-