Erste Abtheilung. Cap. 4. 9Z
fehle, er denkt, er sey ganz gesund; allein, eben die-ses zeiget an, wieLefährlich sein Zustand seyn müs-se. Die Sünde zeuget in der Seele lauter Krankhei-ten, und richtet nichts als Unordnung und Ver-wirrung an. Was für ein bestandiges WütenUnd Toben findet sich nicht in einer mißvergnügtenSeele? Was für ein nagendes Uebel ist die un-mäßige Sorge? Was ist der Zorn anders, als einrechtes Fieber der Seelen? Was die Wollust, alsein Feuer in den Gebeinen? Was der Hochmuthund Ehrgeitz als diejenige tödrliche Krankheit, diewir die Wind, und Wassersucht zu nennen pflegen?Was der Geitz, als ein unersättlicher und uner-träglicher Durst? Was Haß und Neid, als einGift im Herzen? Die geistliche Trägheit ist einrechter Scharbock des Gemüths, und die fleisch»liche Sicherheit eine tödtliche Schlafsucht. Wiekann nun die Seele einen wahren Trost empfinden,die mit so vielen Krankheiten behaftet ist? Diebe-kehrende Gnade heilet und befreyet hievon das Ge«müthe, und macht die Seele geschickt, daß sie ei-nes festen, beständigen und ewigen Friedens gemes-sen kann. Großen Frieden h^hen diejenigen,die dein Gesey lieben, und sie Werden nichtstraucheln« Sie gehen die Wege der Weis-heit, die da Vergnügen geben und Friedeschassen. David fand unendlich mehr Vergnügenin den Worten des Herrn, als in den Ergötzlich-keilen seines Hofes. Das Gewissen kann nichtrechtschaffen zufrieden gestellet werden, bis es recht-schaffen gereiniget ist. Verflucht ist derjenige Frie-de, der in der Sünde gesucht wird. Matt hat
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