AK Alleins Grundlegung,
ihr möget in diesem Leben des göttlichen Trostestheilhaftig werden. Ohne die Bekehrung wer-det ihr den tVeg des Friedens nicht kennen.Ohne die Furcht des Herrn könnet ihr nichterfüllet werden nnt dem Trost des heiligenGeistes. Gott pfleget nur seinem Volk undseinen Heiligen Friede zuzusagen. Wenn ihreinen falschen und betrüglichen Frieden habt, in-dem ihr immer fortfahret in euren Sünden, rüh-ret dieses keincsweges von Gott, als wenn er die-sen der Seele zusage, sondern von einem ganz an-dern Urheber her, welchen ihr gar leicht errathenkönnet. Die Sünde ist eine rechte Rrankheit,ia die ärgste unter allen. Sie ist eine Pest imHerzen. Sie zerschlägt die Gebeine. Siesticht, sie verwundet, sie foltert, martert und ang*stiget. So wenig ein Patient, wenn seine Krank-heit recht heftig worden, oder wenn seine Gebeineganz verrenket sind, ruhen kann; so wenig mag einSünder, so lange er in Sünden lebet, eines wah-ren Trostes fähig seyn. O elender Mensch! derdu keine Ruhe in deinem Zustande haben kannst,als nur diejenige, die von der Heftigkeit deinerKrankheit her zu rühren pfleget. Es geschiehetwohl bisweilen, daß ein armer kranker Mensch,wenn er ganz sinnlos da lieget, von sich bekennck,yaß ihm ganz wohl sey, da ihm doch der Tod ausden Augen siehet; es ist ihm nicht anders, als müs-se er aufstehen, und seine häußliche Sachen ver-richten, da man doch nicht anders schlüßen kann,als daß sein Ende vorhanden sey. Der Sünderhildet ihm oftmals ein, als wenn ihm gar nichts