Erste Abtheilung. Cap. 4. 91
nicht kenneten. Läßt es erbärmlich, wenn wir se«hen, daß u-ucre käufliche Arbeit vergeblich, weUnwir umsonst Aaamen ausgesäet und vergeblichHäuser geb^uet haben: wie erbärmlich muß es nichtlassen, wenn unsre Bemühungen im Christenthumvergeblich sind; wenn wir vergeblich beten, vergeb-lich das Wort Gottes hören, vergeblich fasten?Dieses ziehet einen höchstverderblichen und ewigenSchaden nach sich. Betrüge dich nicht selbst;wenn du in deinen Sünden fortfährest, so willGott, wenn du schon deine Hände ausbreitest, seineAugen verbergen,und ob du schon viel betest, will erdich doch nicht hören. Wenn ein Mensch uns etwasverfertigen will,dazu er kein Geschicke hat, und es da-her verderbet,so pflegen wir ihm,ob er gleich vielMü«he angewendet, dafür wenig Dank zu erweisen.Wenn uns ein Diener etwas thut und ausrichtet,daß dasselbe unserm Willen und Meynung zuwi-der lauft, wird er dafür mehr Streiche als Lobzu gewarren haben. Gottes Werk muß man thunwie er es haben will, sonst kann es ihm ohnmög-lich gefallen; nun aber kann nichts dem göttlichenWillen gemäß jeyn, es sey denn, daß es mit einemheiligen und von ganzem Hetzen verrichtet werde.
§. 50.
5. XVenn du dich nicht bekehrest, ist dei-ne Hofnung vergeblich. Der Herr wird dei-ne Hofmmg fehlen lassen.
i^rstilch die Hosnnng alles deines Tro-stes, dainit du dir in diesen, sündlichen ^cbenschmeichelst, ist umsonst und vergeblich. DieBekehrung ist nicht nur wegen eurer Wohlfahrtund Seligkeit nöthig, sondern auch deswegen, baß
ihr