76 Alleins Grundlegung,
§. 42.
4. Der U?ande! eines bekehrten gehetdahin, wie er die Rechte und Zeugnisse Got-tes bewahren und halten möge, Ps. 119,4. 8.167.168. Seine tägliche Sorge ist, wie er vorClou wandeln möge. Er strebet nach hohen Din-gen, hat ein löblich Absehen, wiewohl er dieses zuerreichen nicht vermögend ist. Er strebet nachnichts so sehr, als nach der Vollkommenheit; nachdieser verlanget er, diese suchet er, dahin gedenketer. Er will gleichsam auf keiner Stuffe der Gna-de stehen bleiben, sondern er verlanget die Sündegänzlich loß, und vollkommen heilig zu werden.Er taget nach, ob ers auch ergreifen möchte,nachdem er von Jesu Christo ergriffen wor-den, Phil, z, 1u. f. Hierbei) kann man abneh-men, wie schlecht es um einen Heuchler beschaffensey. Ein Heuchler, (wie iener gar wohlgesaget),möchte gern der Heiligkeit theilhaftig werden, weilsie gleichsam eine Brücke zum Himmel ist. Erfraget ganz genau, wie er am leichtesten seinenZweck erreichen könne, und wenn er nur so weitgelangen kann, als ihm zum Himmel nöthig schei-net, so will er es dabey ganz gern bewenden las-sen. Ein wahrer Bekehrter traget dagegen einVerlangen nach der Herrlichkeit, um ihr selbst wil-len, nicht bloß deswegen, weil ohne dieselbe nie-mand den Herrn sehen soll. Er will daran nochnicht genug haben, wenn er so weit gelanget, daßer sich vor der Hölle nicht zu sürchtenjat, sonderner wünscht sich auch in der höchsten Vollkommen-heit zu sehen. Zedoch, sich dieses nur bloß wün-schen,