72 Neins Grundlegung,
ihre wunderbare und ganz besondere Wirkung an-langet? Das Urtheil im Verstände ist zweyerley.Das eine wird genennet imiicium «biolumm unddas andere compariiriuum. Das luclicium Mo-Imum ist, wenn ein Mensch überhaupt und insge-mein glaubet, daß dieser oder iener Lebenswandelzwar wohl der beste sey, sich aber nicht für ihn beygegenwartigen Umstanden und in dem Standedann er sich befinde, (pro tüc er nunc) schickenwolle. Der Verstand eines gottesfürchtigenMenschen betrachtet dieWegeGottes nicht nur abto-Zmes sondern auch cvmxgr-irme. Er hält sie nichtallein für gut insgemein, sondern er siehet sie auchan, daß nichts besser für ihn zu finden sey. DieRegeln des Christenthums scheinen ihm nicht nurganz ertraglich, sondern auch würdig, daß mannach solchen ein größer Verlangen, als nach Gold,feinem Golde, ia dem allerfeinesten Golde zu tra«gen habe/ Der Verstand eines Bekehrten ist festüberzeuget, daß ein heiliges Leben das allerbestesey; daß es am besten, daß man in allen gewissen-haft verfahre, und daß dergleichen Lebenswandelnothwendig müsse ergriffen werden» Diese Wahlschätzet er die allerweiseste und vernünftigste zu seyn,und halt dafür, daß man nach demselben das al-lergrößtste Verlangen tragen müsse. Höret wiedas Urtheil eines frommen und gottseligen Men-schen lautet: Ich weist, Herr, daß dttne Ge-richte recht sind. Ich liebe deine Geboteüber Gold, und über fein Gold; darum halteich stracks alle deine Befehle, ich hasse allenfalschen A?eg. Merket, er billiget alles, was