Erste Abtheilung. Cap. z. 73
Gott verlanget, und verdammet alles, was Gottverbeut. Deine Gebote, o Herr, sind gerechtund eitel Wahrheit, deine Zeugnisse, die duhast befohlen, sind treu und gerecht. DeinlVort ist wahr vom Anfang, und alle Rechtedeiner Gerechtigkeit w 'hren ewiglich. Sie-he, wie bereit und ohne Ausnahme und ohne allenheimlichen Vorbehalt, er die Gebote Gottes gleich-sam unterzeichnet. Er leger dar, daß er diesen,und allen und jeden, was darinne enthalten ist,Beyfall gebe.
§. 40.
2. Das verlangen des Herzens bey einemwahren Bekehrten gehet dahin, wie es denvölligen Sinn Christi verstehen und fassenmöge. Der bekehrte Sünder wollte gern, daß ihmnicht eine einige Sünde verborgen bleiben, und daßer alle und jede Pflichten, die von ihm erfordertwerden, wissen und erkennen möchte» Dieses sindinsgemein die brünstigen Seufzer eines geheiligtenHerzens: Ach Herr! findet sich etwa in mireinige Voffheit, so thue mir diese kund ; wasich nicht weiß, das lehre mich, und so ich bösesgethan habe, will ichs nicht mehr thun. DerVerkehrte und Unwiedergebohrne aber verlangetdieses nicht zu wissen. Muthwillig will er diesesnicht wissen. ü!r liebet das Aicht nicht, undverlanget nicht an dasselbe zu kommen. Erheget ganz gern diese und iene Sünde, und daherbezeigt er keine Lust, zu erkennen, daß dieses Sün-de sey, und will also nicht verstatten, daß das Lichtt« diesem Fenster hinein dringen soll, damit seineE 5 Sün.