Erste Abtheilung. Cap. z. 69
bischer Ergotzlichkeit als an Christo. Das Chri-stenthum hielte er für eine bloße Fantasie, undnichtt'ge Einbildung: die zukünftige Herrlichkeitfür einen eiteln Traum. Nun aber ist Christussein Gewinn/ und gegen dessen überschwenglicheErkenntniß schätzet er alles geringe, welches erdoch vormals hochzuschätzen pflegte. Nichts fin-det sich bey Jesu, das ein wahrer Bekehrter nichtlieben sollte. Er liebet nicht nur den verheißenenLohn, sondern auch sein Gcseye, und seine Ge-bote« Er liebet nicht nur seine wohlthaten,sondern auch sein Joch. Er lasset sich nicht nur wil-lig finden das Korn auözudreschen, sondern auchunter dem Joch zu ziehen. Er nimmt an die Be-fehle Christi, schlaget aber auch nicht ab, seinKreuz zu tragen.
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Ein Heuchler pfleget Christum nur halb zuergreifen; die durch Christum erworbene Gerech-tiAeit stehet ihm gar wohl an, dex Heiligkeit sichzu befleißigen will er sich nicht gefallen lassen. DieVorrechte und Freyheiten, so ihm Chyistus ver» <schaffet hat, weiß er gar hoch zu schätzen, um seinePerson aber ist er wenig bekümmert. Er theiletdie Aemter und Wohlthaten Christi, welches einhöchst verderblicher Irrthum ist. Wer sein Lebenliebet, der nehme sich hier in acht. Ich habe euchöfters davor gewarnet,, gleichwohl finde ich, daßkein Irrthum unter euch gemeiner als eben diesersey. Jesus ist ein süsser Name, die Menschenaber lieben ihn nicht unverrückt, nicht aufrichtig.Sie wollen ihn nicht annehmen, wie ihn GottE z dar»