Erste Abtheilung. Cap. z. 6i
als ein Nebenwerk, sondern lässet dasselbe seine vor-nehmste Sorge seyn. Nun reißt er das prächtigeGötzenbild Augenlust, Fleischeslust und hoffar-tiges L.eben nieder, und nennet dasselbe Nehustan,2. Kon. i8, 4. Er stehet auf, tritt dasselbe mitFüßen, wie etwa Diogenes, welcher aufdesPlatoTeppig trat und sprach: Lalcc, ?IarvM5 t'üüum.Ich trete auf den Hochmuth des Plato. Vormals,da das weltliche Interesse noch bey ihm herrschet?,war er mehr auf seinen Gewinn, als die Gottselig-keit, bedacht. Ersuchte mehr seinen Freunden, oderseinem Fleische als Gott zu gefallen, der ihn erschaf-fen hat. Er diente dem Geschöpfe mehr denn demSchöpfer; allein, nun muß alles bey Seite treten:Er hasset Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder,Schwestern, Leben und alles um Christi willen«
^ . §- 34-
Nun wohlan, mein Christ, halt ein weniginne und untersuche dein Herz. Du sprichst, dugehörest Christo an: allein, wirst du nicht von derWelt beherrschet? Ergötzest du dich nicht mehr ander Welt, als an ihm? Ist dein Herz nicht verignügcer, wenn es dir in der Welt nach Wunsche ge-het, wenn du mit fleischlicher Wollust gleichsam um-geben bist; als wenn du in deinem Kammerleinbeten, geistliche Betrachtungen anstellen, oder aufGottes Wort und seinen Dienst Acht haben sollst ?Das deutlichste und sicherste Kennzeichen, weunman wissen will, ob man wahrhaftig bekehret sey,ist dieses, daß man untersuche, ob man die weltli-chen Dinge vornehmlich zu seinem Zweck habe, sieüber alles liebe und hoch halte. Bey einem recht-schaffen