« Erste Abtheilung. Cap. 2. 21
rung an. Bey dergleichen Leuten muff Cain auchein wahrer Bekehrter seyn. Dieser war unstätund flüchtig, rannte hin und her, gleich einemMenschen, der durch sein böses Gewissen ganz ra»send worden, bis er feine Schwermüthigkeit durchBauen und andere Geschäfte zu vertreiben bemü-het gewesen, i Mos .4, iz - Andere stehen inden Gedanken, weil sie nun von ihrem üppigenWesen abgelassen; der bösen Gesellschaft und dersündlichen Ergotzlichkeit, die sie vormals ingeheim. auszuüben gewohnt gewesen, entsaget, und sich derNüchterkeit und einem ehrbaren Leben ergeben, somüssen sie nun für recht geänderte und bekehrte Chri-sten gehalten werden. Diese exwegen aber nicht,daß ein großer Unterscheid zwischen einem heiligenund ehrbaren Leben sey, und daß wohl viele nachdem Ammei trachten, Luc. 13,24. nicht fernevon demselben sind, Marc. z 2, 34. und bey na-he Christen rverden, Apostg.26, 28. welche dochendlich verlohren gehen.
So lange das Gewissen gleichsam mit derGeissel da stehet, pflegen ihrer viele zu beten, Got-tes Wort zu hören, dasselbe zu lesen, und ihre an-genehm? Sünden zu verlassen; so bald aber dieserbrüllende Löwe wieder eingeschlafen, kehren sie wie-der zu ihren Gespeyeten. Wer war wohl fröm-mer als die Jüden, wenn sie Gott erwürgen woll,te? War'die Strafe vorbey, so vergaßen siealsbald Gott den Höchsten, und gaben nicht un-deutlich zu erkennen, daß ihre Frömmigkeit eine flie-gende Hitze gewesen, Ps. 78,4« u. f.
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