2O Alleins Grundlegung,
Es ist etwas Gemeines und pflegt gar leicht zu ge,schehen, daß man die Erziehung mit der Gnade ver»wechselt. Ware eine gute Auferziehung schon ge-nug, würden wir so leicht keinen bessern Mann,als Joas war, finden können. So lange derPriester Iojada, sein Vetter lebte, war er sehr ein»sig im Dienste des Herrn, und befahl das Hausdes Herrn' zu bauen; allein, dieses löbliche Bezeigenkam lediglich von der guten Erziehung her; dennals der rechtschaffene und treue Lehrer Iojada ge»storben, sahe man/ daß Joas eingrimmigerWolfgewesen, den man bisher gebunden gehalten, dennsein Herze neigete sich zur Abgötterei',>2 Kon. 12.
§. ir.
6. In Summa, es bestehet die Bekeh-rung keinesweges in der Erleuchtung oderUeberzeugung des Herzens; nickt in einer leicht-sinnigen und schlechten Veränderung; auchnicht darin, daß man sich in einein und andernStücke gebessert habe. Ein Äpostata und Ab-trünniger kann auch wohl erleuchtet seyn, Hebr.6,4. Ein Felirkann erschrecken, wenn er über-zeuget wird,Apostg. 24,25. und ein Herodesvielgutes thun, Marc. 6,20. Ein anders ist, dieSünde durch die Ueberzeugung rege machen; einanders ist dieselbe durch diebekehrende Gnade Got-tes gefangen nehmen und, todten. Viele, weil siein ihrer Seele Angst und Bangigkeit empfunden,meynen, daß es gar gut um sie stehen müsse; siebetrügen sich aber recht schändlich, und sehen dieUeberzeugung des Herzens für eine wahre Bekeh.
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