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Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
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Eine ausgezeichnete Sammlung von kleinen Novellen, poeti-schen Sittenlehren, Fabel» ?e. im Geiste der sieben weisen Meisterund der 1VV1 Nacht, und doch auch wieder ganz originell, sofernsich darin das Gemüth eiues edlen Spaniers und eines bestimmtenZeitalters des k4ten Jahrhunderts, spiegelt. Verfasser des Werkeswar der Prinz Juan Manuel, Von ihm sagt der deutsche Heraus-geber:Ein Enkel Ferdinands des Heiligen hatte er mitten inden innern Unruhen seines Vaterlandes dnrch seine hervorragendePersönlichkeit die Achtung aller Parteien zu erringen und die na-türliche Eifersucht seines Königs AlsonS XI zu überwinden gewußt,welcher ihn, in Folge mancher ritterlichen That, znm Statthalterder an das maurische Königreich Granada grenzenden ProvinzenKastiliens ans die damalige Vorhut der Christenheit berief. Hiereröffnete er durch ciueu Einfall und glänzenden Sieg in Granadaeinen ununterbrochenen zwanzigjährigen Kampf mit den maurischenKönigen und blieb der Schrecken dieser Erbfeinde Kastiliens biszu seinem im Jahr erfolgten Tode. Der Reichthum eines

so großartigen Lebens spiegelt sich denn anch überall in den nach-folgenden Geschichten, die uns überdies unmittelbarer, als vieleHistorienbücher, in die innerste Sinnesweise jener wunderbarenZeit einführen. Manches darin mag uns noch unbeholfen, Vielesaus der großen Ferne fremd und wunderlich erscheinen; aber eintüchtiger Verstand, Ehre, echte Ritterlichkeit und Andacht gehenwie ein erfrischender Waldhauch durch das ganze Buch."

Die einzelnen Geschichten sind auf folgende Weise an einandergereiht uud in Harmonie gebracht. Der mächtige Graf Lueanorkommt öfters bei seinen mannigfachen Beziehungen zur Welt inschwierige Lagen, in Eollisionsfälle, aus denen es ihm schwer wird,sich mit Klugheit herauszuziehen, und doch zugleich edel zu handeln.In allen diesen Fällen wendet er sich an seinen Günstling, denweisen Patronins, der ihm jedesmal eine Geschichte, ein Gleichniß,eine Fabel, kurz ein Beispiel erzählt, aus welchem der Graf ent-nehmen kann, wie er selbst handeln solle. In allen diesen Beleh-rungen spricht sich eine wahrhast liebenswürdige Weisheit aus,eine große Menschenkenntniß, Vorsicht, Mäßigung und Klugheit,aber zugleich der feinste Takt für Ehre und sittlichen Adel. Die