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Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
Entstehung
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Schreibart ist sehr klar, einfach und gemüthlich, durchaus frei vondem Bombast, der den gleichzeitigen spanischen Ritterromanen an-hängt.

Wir geben von den verschiedenen Erzählungen es sindihrer gegen fünfzig nur einige der am meisten charakteristischenzur Probe. Bekanntlich war die Treue der Frauen gegen ihreMänner nnd der Vasallen gegen ihre Lehnsherren im Mittelalterunendlich hoch geschätzt. Davon hier nnr ein merkwürdiges Bei-spiel.Der Graf Don Rodrigo aus Franken war mit der Toch-ter des Don Garzia von Azagra vermählt, diese war eine sehrtugendhafte Frau, aber ihr Gemahl, der Graf, brachte falsch Zeug-niß gegeu sie vor, und indem er seine Klage erhob, bat er Gott,cr möge ihre Schuld durch ein Wunder an ihr bewäliren, oder anihm, wenn cr sie mit Unrecht beschuldige. Kaum aber hatte crseinen Vortrag bccndct, so wurde cr durch eiu Wunder Gottesvom Aussatz befallen, die Gräsin schied sich von ihm, und als siegeschieden war, sandte der König von Nararra Botschafter an 'die-selbe, und vermählte sich mit ihr, und sie wurde Königin von Na-varra. Der Graf aber, da cr sah, daß er von seinem Siechtluinnicht genesen konnte, wanderte als Pilger ins heilige Land, nmdort zu sterben, und obgleich cr großes Ansehen und viele guteVasallen bcsaß, so folgte ihm doch Niemand dahin, außer den vor-gedachten drei Rittern. Dort blieben sie lange Zeit, nnd gerielhen,nachdem sie Alles verzehrt, was sie ans der Heimath mitgebrachthatten, endlich iu solche Armuth, daß sie nicht wußten, wovon sieden Grasen ernähren sollten. In dieser großen Noth verdungensich täglich zwei von ihnen auf dem Marktplatz und der dritte bliebbei dcm Grasen, und mit dem, was sie crwarbcn, unterhielten sieihren Herrn, auch badeten sie ihn jede Nacht, und reinigten ihmdie Wunden des Aussatzes. Da geschah es, daß sie einmal, wäh-rend sie ihm Arm und Beine wuschen, ausspucken mußten. Dader Graf das sah, dachte er, es geschähe aus Ekel vor ihm, undfing an zn weinen und zu jammern über das große Elend, das crihnen vcrursachte. Damit dcr Graf nnn sähe, daß ihnen vor seinerKrankheit nicht ekelte, schöpften sie mit dcr Hand von dem Wasser,das voll Eiter und Schorf aus seinen Wunden war, und tranken