Print 
Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
Place and Date of Creation
Page
89
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

39

Birneuabnehmen braucht, ringsum an der Wand waren großeBilder angelehnt. Auf einem langen hölzernen Tische wareine Schüssel, worauf neben einem Farbenkleckse Brodt undButter lag. Eine Flasche Wein stand daneben.

Nun eßt und trinkt erst, Landsmauu!" rief mir derMaler zu. Ich wollte mir anch sogleich ein Paar Butter-schnitten schmieren, aber da war wieder kein Messer da. Wirmußten erst lange in den Papieren auf dem Tische herum-rascheln, ehe wir es unter einem großen Pakete endlich fanden.Darauf riß der Maler das Fenster auf, daß die frische Mor-genluft fröhlich das ganze Zimmer dnrchdrang. Das wareine herrliche 'Aussicht weit über die Stadt weg in die Bergehinein, wo die Morgensonne lustig die weißen Landhäuserund Weingärten beschien.Vivat nnser kühlgrüues Deutsch-land da hiuter den Bergen!" rief der Maler aus und trankdazu aus der Weinflasche, die er mir dann hinreichte. Ichthat ihm höflich Bescheid, uud grüßte iu meinem Herzen dieschöne Heimath in der Ferne noch viel tausendmal.

Der Maler aber hatte uuterdeß das hölzerne Gerüst,worauf ein sehr großes Papier aufgespannt war, uäher andas Fenster herangerückt. Auf dem Papiere war bloß mitgroßen, schwarzen Strichen eine alte Hütte gar künstlich ab-gezeichnet. Tarin saß vie heilige Jungsrau mit einem über-aus schönen, freudigen nnd doch recht wehmüthigen Gesichte.Zu ihren Füßen auf eiuem Nestlein von Stroh lag das Je-snskinv, sehr freundlich, aber mit großen, ernsthaften Angen.Draußen auf der Schwelle der offncn Hütte aber knieten