Druckschrift 
Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

funkelnden Angen, da komnit auf einmal die Kammerjnngferdurch die Dämmerung dahergestrichen.Da schickt (vuch dievielfchöne gnävige Frau was, daS sollt Ihr auf ihre Ge-sundheit trinken, Eine gute Nacht auch!" Damit sehte siemir fir eine Flasche Wein auf's Fenster und war sogleichwieder zwischen den Blumen und Hecken verschwunden, wieeine videchse.

Ich aber stand noch lange vor der wundersame» Flaschelind wußte nicht, wie mir geschehe» war. Und hatte ichvorher lustig die Geige gestrichen, so spielt' nnd sang ichjetzt erst recht, und sang das Lied von der schönen Franganz auS und alle meine Lieder, die ich nur wußte, bis alleNachtigallen draußen erwachten und Mond nnd Sterne schonlange über dem Garten standen. Ja, das war einmal einegnte schöne Nacht!

Es wird Keinem an der Wiege gesnngen, was künstigaus ihm wird, eine blinde Henne findet manchmal auch einKorn, wer zuletzt lacht, lacht am besten, unverhofft kommtoft, der Mensch denkt nnd Gott lenkt, so meditirt' ich, alsich am folgenden Tage wieder mit meiner Pfeife im Gartensaß und es mir dabei, da ich so anfmerkfam an mir heruntersah, fast vorkommen wollte, als wäre ich doch eigentlich einrechter Lump. Ich stand nunmehr, ganz wider meinesonstige Gewohnheit, alle Tage sehr zeitig auf, eh' sich nochder Gärtner und die andern Arbeiter rührten. Da war esso wnnderschön draußen im Garten. Die Blnmen, die Spring-brunnen, die Nosenbüsche nnd der ganze Garten snnkelten