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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Unter herkömmlichen Bedingungen wird der verlegerische Ge-samtaufwand in zwei Positionen aufgeteilt: 1 die sogenanntenGemeinkosten des Verlags, das heißt:fixe Kosten, langfristigeEntwicklungs- und Planungskosten, Kosten der Betriebsbereit-schaft, überwiegend aufzubringen vor der Fertigstellung der Pro-duktion und nur in ganz geringem Maße umsatzabhängig"; und diebeim einzelnen Verlagswerk auftretenden Kosten für Honorare undtechnische Herstellung. Die Gemeinkosten werden, grob undüberschlägig, mit etwa 45 Prozent des Umsatzes, die ad hocauftretenden Kosten mit 54 Prozent veranschlagt; dazu kommt noch1 Prozentunversteuertes betriebswirtschaftliches Ergebnis".

Die Marktchancen eines Buches in Kleinauflage hängen vom Preisab, und sie lassen sich nur durch eine Senkung des Preisesverbessern. Eine für den Käufer interessante Preisgestaltung istindessen nur zu erreichen, wenn es gelingt, in einer der beidenPositionen (oder in beiden) die Kosten zu drücken oder sie so zuverlagern, daß sie in der realen Kalkulation nicht mehr auftreten.

Das Modell für die Reduktion der Gemeinkosten ist der Selbst-verlag, für den es in Geschichte und Gegenwart zahlreiche Beispielegibt. Der Verfasser ist sein eigener Verleger, bringt die Kosten fürdie Vervielfältigung und Verbreitung auf und trägt überdies dasAbsatzrisiko. Kleinauflagen, bei denen eine normale Herstellungund ein normaler Vertrieb als unzweckmäßig angesehen werden,gelten traditionell als Motivation für Selbstverlagsbestrebungen,besonders im Bereich der wissenschaftlichen Literatur.

Die mit dem Grad der Spezialisierung in der Forschung anwach-sendegraue Literatur", meist Zeitschriften oder monographischeWerke geringeren Umfangs, zeigen die Richtung an, in der sich derwissenschaftliche Selbstverlag in Zukunft entwickeln dürfte. Ver-einfachte Kopier- und Vervielfältigungsmethoden und ein in wis-senschaftlichen Institutionen meist vorhandener Büroapparat er-möglichen heute eine Selbstverlagstätigkeit, wie sie noch vor etwazwei Jahrzehnten nicht realisierbar war. EinParadigma" für denBereich des Geisteswissenschaften ist in den Vereinigten Staaten