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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Seit etwa einem knappen Jahrzehnt zeigt die Wissenschaftsex-pansion der sechziger Jahre eine rückläufige Tendenz, und damithaben sich auch die Etats der Bibliotheken reduziert. Die Ein-schränkungen sind in fast allen Ländern mit einem hochentwik-kelten Forschungs- und Wissenschaftssystem zu beobachten, ob-wohl nicht überall in der gleichen Form. In der Bundesrepublikhaben die Etatkürzungen relativ spät begonnen, aber dafür in derletzten Zeit Ausmaße erreicht, die als drastisch empfunden werden. 6

Damit hat sich der wesentliche und eigentliche Markt für denAbsatz wissenschaftlicher Literatur in einer Weise verkleinert, die invielfacher Hinsicht für Buch und Zeitschrift existenzbedrohendgeworden ist. Obwohl nach Schätzungen die in der Bundesrepublikausgegebene Summe für die Beschaffung von Literatur nur etwazwei Prozent des Gesamtetats der Hochschulen ausmacht, 7 habendie hier vorgenommenen Einsparungen erhebliche Auswirkungen.Mit dem Kaufkraftverfall der Bibliotheken setzt eine Spiralwirkungein, die auf die Dauer das gesamte wissenschaftliche Kommu-nikationssystem affizieren muß. Wenn durch Einsparungen dieKaufmöglichkeiten geringer werden, sinken notwendig die Auf-lagen, und bei kleineren Auflagen steigen die Preise, so daß beireduzierten Etats noch weniger angeschafft werden kann.

Von dieser Entwicklung ist vornehmlich die Monographie be-troffen. Ein großer Teil eines Bibliotheksetats liegt durch lang-fristige Bindungen von vornherein fest. Zur Vermeidung von späternicht mehr schließbaren Lücken versucht eine Bibliothek, Zeit-schriften, Reihen und Lieferungswerke möglichst nicht abzube-stellen. Dadurch engt sich der finanzielle Spielraum für die An-schaffung monographischer Literatur notwendig ein, und dieAuswahl dessen, was angeschafft werden kann, schrumpft weiterzusammen. Vom Standpunkt der Geisteswissenschaften her gesehen,tritt also die Schwächung des Kommunikationssystems vornehmlichan der Stelle ein, wo sie unter allen Umständen vermieden werdensollte.

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