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Themen für Lehrveranstaltungen manifestiert. Teilweise steht dieseAktualisierung im Zeichen einer „Entrümpelung" des Studiums,teilweise im Zeichen der Erhöhung des sogenannten „Praxisbe-zugs". Die Faktoren, die diese Entwicklungen steuern, sind viel-fältig. Ideologische Motive aus der Studentenrevolution wirken sichebenso darin aus wie das Jnnovations'-Bestreben staatlich er-lassener Prüfungsordnungen.
In vielen geisteswissenschaftlichen Disziplinen ist daher eineAbkehr von jenem Kanon festzustellen, der für den akademischenUnterricht verbindlich war und der anderwärts auch weitgehendnoch Anerkennung findet. So tritt etwa in den Neuphilologien diejüngste, eben erschienene Literatur in den Vordergrund, in derGeschichte finden Gegenwartsprobleme verstärkt Berücksichtigungetc. Die Vermittlung von ,Neuem' führt überdies dazu, daß auchGegenstandsbereiche in die Lehre einbezogen werden, die höch-stens von vorübergehendem Interesse sind.
Diese Tendenzen des Universitätsunterrichts bringen zwangsläufigein Mißverhältnis zwischen Literaturbedarf und lokal vorhandenenBibliotheksbeständen mit sich. Die in den Institutsbibliotheken fürdie Zwecke des Lehrbetriebs angesammelte Literatur wird zwar aufeinem modernen Stand gehalten, ist aber wesentlich eine Literaturdes Kanons. Der ,aktualisierte' Unterricht erzeugt dagegen einenhohen Bedarf an allerneuestem und vielfach auch ephemeremSchrifttum, das von auswärts beschafft werden muß. So wird dieBenutzung entlegener Literatur, normalerweise das Kennzeichenspezieller Forschungstätigkeit, zu einem häufigen Bedürfnis desLehrbetriebs. Unter den Bedingungen der Massenuniversität ergibtsich dadurch eine besonders gravierende Inanspruchnahme desLeihverkehrs.
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Vielfach wird ein solcher Literaturbedarf bereits auf dem An-fängerniveau erzeugt. Infolge des verbreiteten Analphabetismus inder Bibliotheksbenutzung entsteht für das Bibliothekspersonal einezusätzliche Arbeitsbelastung. Hier dürfte ein Grund dafür liegen,daß die Möglichkeiten für die oft geforderte „Motivierung" desPersonals in den Fernleihstellen begrenzt sind. Wer vermöchteeinzusehen, daß die aufwendige Bearbeitung studentischer Fern-