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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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geführten Bestände „den Umfang sämtlicher innerdeutschen Ba-rocksammlungen - einschließlich Wolfenbüttels - bei weitemübersteigen". 25

Angesichts dieser Situation dürfte es ratsam sein, daß mehrereBibliotheken bei der Lösung dieser wohl schwierigsten Teilaufgabe,die sich beim Aufbau eines Nationalarchivs stellt, zusammen-wirken. Die umfangreichsten Bestände, die in ihrer Gesamtheit alsGrundstock zu betrachten wären, befinden sich in der HerzogAugust Bibliothek in Wolfenbüttel, in der Staats- und Univer-sitätsbibliothek in Göttingen und in der Bayerischen Staatsbi-bliothek in München. Welcher Art die Aufgabenteilung zwischenden Bibliotheken sein könnte, etwa geographisch für den nord- undsüddeutschen Raum, wäre zu entscheiden, wenn die Ergebnisseeiner Vorstudie der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Ka-talogisierung des deutschen Schrifttums im siebzehnten Jahrhundertvorliegen.

Für die Literatur des achtzehnten Jahrhunderts bietet sich dieStaats- und Universitätsbibliothek Göttingen als Sammelstätte an.Die 1737 gegründete Bibliothek wurde bis ins frühe neunzehnteJahrhundert hinein so systematisch aufgebaut, daß ihre Beständefür diesen Zeitraum von keiner zweiten deutschen Bibliothekerreicht werden. Es kommt hinzu, daß der Aufbau der GöttingerBibliothek in einem weitgespannten europäischen Kontext erfolgte.Die unter dem Gesichtspunkt des Nationalarchivs als ,Randbe-stand' zu betrachtende Literatur ist hier für alle wichtigen eu-ropäischen Länder in einer Dichte vorhanden, wie sie sich nur ausder konsequenten Ausführung des Plans zu einer wissenschaftlichenUniversalbibliothek im achtzehnten Jahrhundert ergeben konnte.Überdies ist hier bereits seit längerer Zeit eine größere Bestands-ergänzung im Gange. Der von der Göttinger Akademie betreuteund von der Stiftung Volkswagenwerk geförderte Index zu aus-gewählten Zeitschriften der Epoche hat eine über die vorhandenenBestände hinausgehende Materialsammlung erforderlich gemacht.

Die Literatur des neunzehnten Jahrhunderts sollte dort gesammeltwerden, wo sich aus den örtlichen Gegebenheiten am leichtesten einAnschluß an das seit 1945 im Aufbau befindliche moderne Na-

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