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Hr Pferdefleisch bald roh, bald gekocht: der Hot-tentotten und wilden Kauader nicht zu gedenken, dieihre meisten Speisen roh essen. Es giebt weit meh-rere Nationen, die selbst auf Cultur Anspruch machen,und denoch ungemein gern rohes Fleisch mit Gewür-zen essen, damit es leichter verdaut werde. In Abys-finien ist das Lieblingsgericht bey grossen Gastmählernein Stück Nindfieisch, welches man so warm, als esvom Rinde kommt, mit Pfeffer und Salz, auch oftmit Rindsgalle, aufträgt. Die großen abissmischenOchsen werden gewöhnlich mit Milch aufgezogen, jaso lange damit gemästet, bis sie geschlachtet werden;davon muß das Fleisch weit zarter und nülder werben.In Tunqnin liebt man ebenfalls das frische rohe Nind-fieisch: man legt es, so warm als es vom Tbierekommt, in starken Essg, läßt es dergestalt einige Stun-den liegen, und verzehrt es alsdann als eine große^Leckeren. Viele mongolische Völkerschaften nehmendas Fleisch sogleich vom Feuer als es ansaugt zu ko-chen, klopfen es hierauf mürbe, und speisen es mitPfeffer und Salz. Bell von AnterMVNy sahe aufeiner Jagd, die die Mongolen anstehen, daß ihrBefehlshaber sich alle Hirschschwänze ansschliessendzueignete, sie in kleine Stücken schneiden ließ, undalsdann roh verzehrte. Bell sagt, daß dieses Ge-richt mit frischem Kaviar Aehnlichkeit gehabt habe.
Die Zubereitung der Speisen am Feuer hat mangemeiniglich als eine Stuffe der Cultur angesehen, undje weniger ein Volk cultivirt ist, Hesto stärker pflegtder Geschmack an rohen Speisen bey demselben zuseyn. Die alten Deutschen sollen, dem PompottiusMela zufolge, rohes Fleisch gegessen haben. Man
behaup-