welcher gebeten wurde, dafs 1. die Verbindungsbahn zwischen Heerdt - Oberkassel undder Neufs - Krefelder Bahn in ganz directer Linie von Düsseldorf nach Krefeldgelegt und 2. directe Züge zwischen Krefeld und Düsseldorf ohne Wagenwechsel ein-gerichtet werden sollten. Die Wichtigkeit einer directen Verbindung der beiden StädteKrefeld und Düsseldorf hatte man also schon vor mehr als 40 Jahren erkannt! Am30. Juli 1853 wurde die Cabinetsordre unterzeichnet, mittels welcher der Kölner Gruppe„die landesherrliche Genehmigung zur Anlage einer Eisenbahn von Köln über Neufsnach Krefeld nebst einer von dieser Bahn zwischen Krefeld und Neufs ab-gehenden Zweigbahn zum Anschlüsse an die Aachen-Düsseldorfer Eisenbahnzwischen Neufs und Oberkassel" ertheilt wurde.
Nachdem die Vermessungsarbeiten fertiggestellt waren, richtete am 1. Februar 1854die städtische Verwaltung zu Düsseldorf die Bitte an die Königliche Regierung, für denalsbaldigen Ausbau der Zweiglinie eintreten zu wollen. Diesem Wunsche konnte aber nichtentsprochen werden. Der Handelsminister verfügte nämlich im Juli 1854, dafs die Ent-scheidung über den Bau der Zweigbahn noch ausgesetzt werden müsse, da es räthlicherscheine, zunächst die Hauptbahn fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen. Wiederverstrich mehr als ein Jahr, ohne dafs der Bau der Zweigbahn gefördert wurde. DieHauptbahn war zwischenzeitlich vollendet, und in Düsseldorf sowohl wie in den ber-gischen Kreisen trat die Besorgnifs auf, die Zweigbahn solle überhaupt nicht in derWeise gebaut werden, dafs den in den Vorverhandlungen gründlich motivirten Eiteressendes bergischen Landes Rechnung getragen werde.
Diese Besorgnifs erwies sich nur als zu begründet. Als nämlich im November1855 die städtische Verwaltung zu Düsseldorf in einer erneuten energischen Vorstellungan den Handelsminister auf Erfüllung der von der Köln-Krefelder Bahn gegebenen Zusagedrängte, rescribirte der Handelsminister unter dem 20. December 1855, dafs eine directeVerbindung zwischen Düsseldorf und Krefeld, welche etwa bei Osterath die Hauptbahnerreiche, mit Rücksicht auf die Anlagekosten von 150 000 Thaler und die jährlichen Be-triebskosten der Köln-Krefelder Bahn nicht zugemuthet werden könne, und dafs denbestehenden Interessen vollauf durch Herstellung einer Anschlufscurve zwischen derKrefeld - Neufser und der Neufs - Düsseldorfer Linie Rechnung getragen werde. DieDüsseldorfer Eiteressen erhielten aber mittelbar eine Förderung durch die Direction derAachen-Düsseldorf-Ruhrorter Bahn. Letztere machte nämlich gegen die Anlage dergeplanten Anschlufscurve so gewichtige Bedenken geltend, dafs der Handelsminister imFebruar 1856 das Eisenbahn - Commissariat zu Köln beauftragte, eine directe Linie zuprojectiren, welche Düsseldorf von der Rheinstation (Oberkassel) aus auf dem nächstenund directesten Wege mit der Neufs-Krefelder Linie verbinde, den Anschlufs an dieselbeetwa in Osterath vermittele und auf die Inundationsverhältnisse gebührend Rücksichtnehme. Dieses Project führte aber nicht zu einem Ziele. Am 16. Juni 1857 beschlofssogar die Generalversammlung der Köln-Krefelder Bahn eine Abänderung des Statuts,um von der Verpflichtung zur Herstellung der Zweigbahn entbunden zu werden. Der