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<2> (1922)
Entstehung
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

der Arbeit von Schönecke hier ausgesprochen sei. 1307findet sich ein Ministeriale, im gleichen Jahre wurde von derKurie ein Däne aus hohem Adel providiert. 1327 gelangte einBremer Bürgersohn auf den Stuhl. Aber bis zum Ausgangdes Mittelalters stehen noch sieben Hochadlige gegen dreiandere aus tieferem Stande, und. um das zu erreichen, wählteman schon Angehörige ziemlich entlegener Gebiete.

Die sorgfältigen Untersuchungen von Morret 1 ) über dieBischöfe von Metz, Toul und Verdun, die unter Leitung Wil-helm Levisons angestellt wurden, führten zu dem gleichenErgebnisse. Bis 1200 waren alle Bischöfe, die überhaupt aufihre Standeszugehörigkeit untersucht werden konnten, aus edel-freien Geschlechtern, es gibt nur eine Ausnahme, den be-kannten Theoger, Abt von St. Georgen im Schwarzwalde, dervon königlichen Ministerialen abstammte. Er nahm unterpäpstlichem Drucke die Wahl an, zog sich aber vor der geg-nerischen Ueberzahl, die kaiserlich gesinnt war, zurück. Dieersten Nichtedlen gelangten in Metz 1212, in Verdun 1247und in Toul 1279 auf den Stuhl, in den beiden letzten Fällenunter Einfluss der Kurie. Alle drei Bistümer blieben aber deralten Gewohnheit treu und wählten meist Hochadlisje.

Die Bischofreihe der in Nordostburgund gelegenen Bis-tümer hat für die Zeit der Salier und Staufer unter Leitungvon W. Levison Christine Mainz untersucht. Fast alle Bischöfevon Genf, Lausanne und Sitten waren Angehörige von Grafen-und Freiherrngeschlechtern. Ein bürgerlicher Bischof und eintuszischer Adliger erhielten den Sitz von Lausanne durchpäpstlichen Einfluss 2 ).

Die Persönlichkeit des grossen Mainzer Erzbischofs Wil-ligis ist nach Simon oben S. 62 trotz der AeusserungenThietmars, seines Zeitgenossen, als nicht unfrei angesprochen

') Benno Morret, Stand und Herkunft der Bischöfe von Metz,Toul und Verdun im Mittelalter. Bonner Dissertation 1911.

2 ) Christine Mainz, Die Besetzung d. bürg. Bistümer im Zeit-alter der Salier und Staufer (Auszug). Bonner Dissertation 1921.