und 22 hier sofort den Eindruck einer unendlich weiträumigenKirche erhält. Ich kann mich, besonders bei einem Vergleichmit der rein schematisch behandelten Darstellung dieser Szeneim Lyoner Druck (s. 5), des Empfindens nicht erwehren, daßunser Künstler Rom und die Peterskirche, sei es aus eigenerAnschauung, sei es aus guten bildlichen Darstellungen seinerZeit, gekannt hat.
Aber auch von Maguelonne muß er einige genauere Kenntnissegehabt haben. Ob es den tatsächlichen Verhältnissen entsprach,daß das dortige Altarbild eine Nachbildung der römischen Bronze-statue war, wie das unsere Bilder voraussetzen, mag dahingestelltbleiben, denn hier mag immerhin der Text das allein bestimmendeMoment für den Künstler gewesen sein, aber ich finde es un-erklärlich, wie er ohne diese Kenntnis in dem Bilde 18 einen soadäquaten Ausdruck für die Situation dieser Insel hätte gebenkönnen, daß man auf dem Panorama, welches Fr. Fabrege imersten Bande seiner Histoire de Maguelone gibt, fast den Punktbestimmen könnte, von dem dieses Landschaftsbild aufgenommenist. Aus dem Text sind alle die Einzelheiten der Übereinstimmungmit dem tatsächlich Gegebenen, wie sie in unserem Bilde zutagetreten (Lage der Insel im Haff, niedriges, nach links in die Ebeneabsteigendes Gebirge im Hinter gründe jenseits der Wasserfläche,Lage der Kirche auf der Westseite der Insel) nicht zu ent-nehmen. Hier an ein Spiel des Zufalls zu glauben, fällt wirk-lich schwer.
Zum Schluß noch einige Bemerkungen mehr allgemeiner Art.Kompositionen ist hervorzuheben, daß trotz der Fülle der Figuren,die auf einigen Bildern sich bemerkbar macht, der Künstler auchbei diesen Ordnung und übersichtliche Gliederung unter Be-tonung und Hervorhebung der Hauptpersonen (Bild 4, 8, 2J) zuhalten weiß. Die Figuren sind da, wo sie nur zu zweien oderdreien auftreten, in enge seelische Beziehung zueinander gesetzt,sie stehen nicht mehr, wie in den französischen Bildern, nur durchschematische Gesten miteinander verbunden, hart nebeneinander,sondern ganz im Sinne der Renaissance verknüpft und verbindetsie ein mit feinster Beobachtung der Natur erschlossenes geistigesLeben. Weist die kompositioneile Überlegung unseres Künstlersihn als Renaissancemeister aus, so ist die nähere Lokalisierungdurch die Behandlung der landschaftlichen Elemente und die
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