Druckschrift 
Die schöne Magelone : Hystoria von dem edeln Ritter Peter von Provenz und der schönsten Magelona, des Königs von Naples Tochter ; älteste deutsche Bearbeitung nach der Handschrift der Preussischen Staatsbibliothek Germ. 4 ̊1579
Entstehung
Seite
132
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Verfasser der Novelle ohne Zweifel, wie das die ganze Situationunweigerlich erfordert und wie das die beiden französischen Rezen-sionen auch richtig festgehalten haben, als völlig unbewohnte Inselgedacht wissen will, nicht nur Wasser, sondern auch Speise, dieman auf einer unbewohnten Insel nicht findet, einnehmen läßt,und nachher bei ihrer Abfahrt Peter von ihr in den Häusern dieserInsel suchen und ihn später der Magelone bei der Übergabe dervierzehn Salzfässer als vermutlich daselbst ermordet bezeichnenläßt. Aber solchen Stellen stehen doch auch wieder andere gegen-über, wo seine Änderungen, wie z. B. die weit ausgesponnenenUnterredungen Magelones mit Peters Mutter, ganz unzweifelhafteVerbesserungen bedeuten. Kurz, unsere deutsche Bearbeitung istoffensichtlich keine Übersetzung im strengen Sinne, wie die VeitWarbecksche Arbeit, sondern sie ist eine freie Nacherzählungdes Stoffes, die getreu und gewissenhaft den Faden der Erzäh-lung aus ihrer Vorlage aufnimmt und verfolgt, aber ihn unbe-denklich zuweilen anders schürzt und knotet, als jene ihn in ihremGewebe hatte verlaufen lassen.

m.

Die italienische Urform der Novelle

Die „histoire du vaillant chevalier pierre, fils du comte de Pro-vence, et de la belle maguelonne, fille du roy de naples" giltheute wohl allgemein als die Urform unserer Novelle und alsein Erzeugnis französischer Erzählerkunst der Mitte des 15. Jahr-hunderts, während man ihr früher ein weit höheres Alter undprovenzalischen Ursprung zuschrieb und auch Petrarcas Namenmit ihr in Verbindung zu bringen wußte, der zur Zeit seines Studien-aufenthalts in Montpellier ( 1319— J323) das "Werk des ProvenzalenBernard von Treviez, dem man die Ehre der Verfasserschaftzuwies, einer Bearbeitung unterzogen haben sollte, die freilich, dar-über war man sich aber wohl nie recht klar, nur eine Übertragungin die lateinische Sprache, allenfalls eine italienische Übersetzung,aber niemals eine französische Redaktion gewesen sein könnte.Dieser älteren literarischen Legende, deren Urheber der Historio-graph von Montpellier Pierre Gariel in seinem Buchet Idee dela ville de Montpellier (1665) i p.J29 u. 2 p. U3 war, habendie Untersuchungen Alessandro d'Anconas (Poemetti popolariitaliani J889 p. 393 sv. und Gaston Paris' (Romania J8 [J889]

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