Druckschrift 
Die schöne Magelone : Hystoria von dem edeln Ritter Peter von Provenz und der schönsten Magelona, des Königs von Naples Tochter ; älteste deutsche Bearbeitung nach der Handschrift der Preussischen Staatsbibliothek Germ. 4 ̊1579
Entstehung
Seite
147
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80 er Jahre des 15. Jahrhunderts fallen, ordnen sich stilistischgenau den französischen Holzschnittillustrationen jener Zeit ein.Sie sind mehr oder weniger Umrißzeichnungen, die Innenzeich-nung derselben besteht nur aus sehr gleichförmigen Strichlagen,womit die Schraffierungsversuche erschöpft sind. Die figürlicheDarstellung ist noch ganz im Sinne und Stile der Miniaturenrein schematisch behandelt, eine Individualisierung in der Ge-sichtsbildung ist nirgends versucht, so daß, soweit die Köpfe inBetracht kommen, alt und jung gar nicht, männlich und weib-lich nur durch 6ie Haartracht zu unterscheiden sind. Auch die

Pferde zeigen eine mehrkalligraphisch stilisierteForm, als daß man voneiner Lebendigkeit natur-hafter Auffassung spre-chen könnte. Die kurzen,rund modellierten Beinemit den niedrigen Hufen,diewalzenförmigen dickenLeiber mit dem dreiecki-gen Halsfortsatz, diekleinen Köpfe mit denMenschenaugen erweckeneinen mehr seltsamenals natur wahren Eindruck.Am offensichtlichsten trittder miniaturenhafte Cha-rakter in der Landschaft3 (s. i u. 6) hervor, z. B. in

der Behandlung von Bergen, Bäumen, Wasser, indem die mittel-alterliche Tradition der Miniaturen in der fast abbreviaturenhaftbehandelten Ausdrucksform derselben gewahrt erscheint. Eine Be-obachtung, die immer wieder in der französischen Buchillustrationder Inkunabelzeit gemacht wird (s, Kristeller, Kupferstich undHolzschnitt in 4 Jahrhunderten, S. J07J) ist eben ohne Frageihre Abhängigkeit von der Miniaturmalerei. Dies läßt sichauch in der sehr unvollkommenen Perspektive (s. 1, 2 u. 4), inder schematischen, stilisierten Behandlung der Vegetation (s. J),in der naiven Darstellung der Insel (s. 6) usw. im einzelnen nach-

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