Druckschrift 
Die schöne Magelone : Hystoria von dem edeln Ritter Peter von Provenz und der schönsten Magelona, des Königs von Naples Tochter ; älteste deutsche Bearbeitung nach der Handschrift der Preussischen Staatsbibliothek Germ. 4 ̊1579
Entstehung
Seite
137
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Er ist aber keineswegs älter als die Drucke und gar deren Quelle,sondern viel eher die Abschrift eines der Drucke, vielleicht desin Jena befindlichen Exemplars der Ausgabe von J489,Die beiden Rezensionen B und C unterscheiden sich nundurch folgende Eigentümlichkeiten. B ist in der Regel wortreicherals C, und zwar so, daß das Plus in B sachlich in der Regel ganzbelanglos ist und nur auf einer größeren Wortfülle für den Aus-druck desselben Gedankeninhalts beruht. In den meisten Fällenliegt die Sache sogar so, daß man nur einige Worte in dem Textevon B zu streichen braucht, um den genauen Wortlaut von Czu bekommen. Es kann also gar keinem Zweifel unterliegen,daß entweder die Bearbeiter von B und C identisch waren, oderdaß wenigstens der von C die Rezension B gekannt und inextenso benutzt hat, denn anders sind die vorhandenen, überlange Partien sich erstreckenden wörtlichen Übereinstimmungenschlechterdings nicht zu erklären. Andererseits finden sich nunaber ganz merkwürdige Diskrepanzen zwischen B und C, diewir näher ins Auge fassen müssen. Gleich der erste Satz bietetuns ein solches Beispiel, das der Herausgeber Ad. Biedermannin seinem Texte leider ganz verwischt hat. In der Rezension Blesen wir nämlich: es parties de Galice ..., während dieselbeStelle in C lautet: es parties de Gaule qui maintenant est appelleeFrance. Zweifellos ist Galice die ältere, richtige Lesart. Sie findetsich nicht nur in der besten Handschrift BN 1501, sondern siewird auch durch die Variante Galilee der Handschriften BNnouv. accq. 19167 und Ars. 3354 gestützt. Biedermann hätte sieruhig in den Text aufnehmen sollen und ihr nicht das Gauleder Rezension C substituieren dürfen. La Galice ist nämlich inder Sprache des Mittelalters das südliche Frankreich zwischenden Alpen und den Pyrenäen. Im Meier Helmbrecht Wernhersdes Gartenaere heißt es z. B. v. 67 ff.:

Provenz und Arie

betwanc der künec Karle

mit manheit vnd mit witzen,

er betwanc daz lant Galitzen.

daz waren allez beiden e.Auch hier ist also Galitzen gleich Provenz und Arie, d. h, alsoSüdfrankreich, das bekanntlich Karl Martell von den Heiden(Sarazenen) eroberte. Ein zweiter merkwürdiger Fall liegt vor

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