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Die schöne Magelone : Hystoria von dem edeln Ritter Peter von Provenz und der schönsten Magelona, des Königs von Naples Tochter ; älteste deutsche Bearbeitung nach der Handschrift der Preussischen Staatsbibliothek Germ. 4 ̊1579
Entstehung
Seite
131
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hat das Baumeisterbuch von Endres Tucher grammatisch, syn-taktisch und stilistisch manche ganz auffallende Parallelen (aufeinige von ihnen ist in den Anmerkungen aufmerksam gemacht)zu unserem Texte aufzuweisen, aber es sind das doch, soweit ichsehe, mehr solche Dinge, zu deren Erklärung die Gleichheit desDialekts ausreicht, die aber nicht notwendig, ja nicht einmalmit einiger Wahrscheinlichkeit für eine Personengleichhcit in An-spruch genommen werden müssen oder dürfen, ganz abgesehendavon, daß es unerweislich und unwahrscheinlich ist, daß wirTucher sowohl die notwendige Kenntnis des Italienischen sowieüberhaupt schöngeistige Bestrebungen Zutrauen dürfen. Die Fragenach der Person des Bearbeiters müssen wir also zur Zeit nochals unlösbar zurückstellen.

Was aber sein Werk als literarische Leistung anbetrifft, so fällt einVergleich desselben mit der so erfolgreichen Übersetzung VeitWarbecks, die der Novelle zu ihrem Siegeszuge in fast alle nord-und osteuropäischen Literaturen (niederdeutsch, dänisch, schwe-disch, isländisch, russisch, polnisch, tschechisch) verholten hat,durchaus zu seinen Gunsten aus. Soweit man bei dem Verlust derursprünglichen italienischen Urform und der unmittelbaren italieni-schen Vorlage, die der deutsche Bearbeiter benutzte, aus demVergleich mit den beiden französischen Rezensionen daraufSchlüsse ziehen kann, hält sich derselbe sachlich durchaus treuan seine Vorlage, aber in der Formulierung der Gedanken schalteter, wie man sofort bei einem Vergleich des Eingangskapitelsfeststellen kann, viel freier und selbständiger als die französi-schen Bearbeiter und als Veit Warbeck, indem er, um dem ab-weichenden Charakter der deutschen Sprache und den syntakti-schen Bedingungen ihres Aufbaues besser gerecht werden zukönnen, auch vor stofflichen Umgruppierungen und Umstel-lungen nicht zurückscheut. Ja, selbst Ergänzungen und Ände-rungen in den Motiven der Handlung, stärkere Ausmalung undAusschmückung psychologischer Einzelheiten einzufügen, trägter kein Bedenken, wo es ihm für den klaren Fortgang undlogischen Aufbau der Handlung notwendig erscheint. Freilichhat er in dieser Beziehung nicht immer mit zuverlässigem Ge-schick gearbeitet, sondern einige Male sogar nicht unbedenklichfehlgegriffen, so z. B. wenn er die Mannschaft des Schiffes, auf demPeter von Alexandria aus heimfährt, auf der Insel Sagona, die der

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