p. 5J0 sv.) ein definitives Ende bereitet, und der Versach, denFrederic Fabrege im ersten Bande seiner sonst so lehrreichenund einsichtsvoll geschriebenen Histoire de Maguelonne (1894)machte, die alte Garielsche, aus lokalpatriotischen Empfindungenentsprungene und mehr vom Herzen als vom Verstände diktierteHypothese neu zu beleben und zu verteidigen, wird schwerlichAnhänger und Gläubige gefunden haben und finden. Stoff undForm schließen schlechterdings eine Entstehung unserer Novelleim 12. Jahrhundert, ja, selbst im 14. Jahrhundert aus, und Petrarcain seinem 14. bis J8. Lebensjahre eine Beschäftigung mit proven-zalischer Literatur und speziell mit dem Sagenstoff der schönenMagelone zuzuschreiben, dazu gehört angesichts der unbestreit-baren Tatsache, daß in seinen Schriften sich nicht die geringsteSpur einer Einwirkung provenzalischer Literatur und der Kenntnisdes Inhalts unserer Novelle findet, wahrlich der Glaubensmut einesLokalpatrioten. Es kann also wirklich keinem Zweifel unterliegen,daß jene phantasievolle Geschichtsfabel Gariels, wie Gaston Parissagt, als definitiv erledigt und abgetan zu betrachten ist.In einem Punkte jedoch scheint mir Gaston Paris in seinen Aus-führungen fehlgegriffen zu haben, nämlich darin, daß er bestreitet,daß die Worte: ordonnee und mis en cestuy langaige, welche in demEinleitungskapitel der Rezension von 1453 stehen, auf eine Über-setzung der Novelle aus einer anderen Sprache gedeutet werdenmüßten, oder daß sie, wenn man sie ja so auffassen müsse, mehrals eine reine Fiktion bedeuteten, erfunden und eingefügt zumZwecke literarischer Empfehlung. Er führt als Parallele dazuden Roman Paris et Vienne von Pierre de la Sippade an, der,1432 in Marseille verfaßt, gleichfalls von seinem Verfasser alseine Übersetzung, und zwar nach einem provenzalischen Original,das seinerseits wieder eine Übertragung aus dem Katatonischensei, bezeichnet werde, ohne daß sich eine Spur dieses Romansin der provenzalischen und katalanischen Literatur nachweisenließe. Hier wie dort, meint er, sei die behauptete Übertragungaus einem anderen Idiom bare Erfindung zu dem angedeutetenZwecke. Nun verstehe ich aber nicht recht, inwiefern Über-setzungen aus einer anderen Sprache, sofern es sich nicht um eindurch die Persönlichkeit seines Verfassers berühmtes und allgemeinbekanntes Werk handelt, gerade eine literarische Empfehlung seinsollen, am wenigsten aber Übersetzungen aus Idiomen, die wie das
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