162schen dafür fodert, daß er ihn erschaffen, ihneiner ewigen Glückseeligkeit fähig gemachet hat.Er sei nur allein sich an ihn ganz übergeben,alles nemlich von ihm als einem gütigen, alwei-sen Vater erwarten; und sicher, ohne Zweifeldabey zu begea, glauben, daß ser es gewis mitallen, welche dergestalt auf ihn hoffen, und demihnen ertheiltem Licht (2) getreu bleiben, wohlmachen; sie zu der Volkommenheit werde steigenlassen, welcher sie fähig waren. Wie entfernt istdies alles von Intoleranz!§. 34. Es entstehet daher nun die äusserstwichtige Frage, auf welche Weise wird Intole-ranz verhütet? Die Beantwortung dieser Fragewürde aber eine weitläuftigere Abhandlung er-fodern, als diese ist; und kan ich aus vielenUrsachen nicht hier herein gehen. Nur muß ichhiebey den Leser auf §. 11. zurückweisen, wo ichzeigte, wie man verfahren müsse, wenn man dieNothwendigkeit, dem Gottesdienst eine andereäussere*) Hier duf der Mensch sich aber ja nicht beruhigen, nachdem Lichte, welches er würklich hatte, gehandelt zu ha-ben: sondern es ist hier die Hauptfrage, ob er jede Ge-legenheit, wo er ein größres Licht erhalten konnte, wolbenutzet habe. Hiernach muß der Mensch sich in allensinnlichen und geistlichen Vorfällen genau untersuchen.Kein Weg ist sicherer zur Erkenntniß der Warheit zu ge-langen, als eben dieser, da er die Lehrbegierde stets bisaufs äusserste reitzet. Und welchem Menschen, der dieseUntersuchung mit sich getreu anstellet, ob er sein Lichtnach allen Kräften zu vermehren getrachtet habe, kannoch wol ein Begrif von Stolz, eigner Größe und Ver-dienst beibleiben? Ein jeder wird finden, daß er desRuhms mangle, den er vor Gott haben solte.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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162
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