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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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144stimmung geschehen, und welch ein Schaden auseinem unrechten auch nur anscheinendem Eifernothwendig entspringen müsse, erhellet ausdem vorhergesagten; und wird in vielen Länderndurch die Erfahrung hinreichend bestätiget.Ueberhaupt maß in jeden Fällen, wo der Wider-spruchsgeist rege gemacht werden kan, alle Be-hutsamkeit gebraucht werden. Denn ist derselbewürklich rege gemacht worden, dann ist die Hof-nung zur Ueberzeugung mehrentheils hin.Dritter Abschnitt.Von der Intoleranz und ihren Quellen.§. 27. Ich verstehe durch die Intoleranz, dieje-nige Geſinnung und Handlungsweiſeeines Menschen, durch welche er alle diejenigen,so ausser seiner Kirche sind für Leute hält, vonwelchen er sich absondern zu müssen glaubt; unddie nicht allein einer Achtung unwürdig sind,sondern wol gar seine Verfolgung verdienen, imFall selbige ihrem Glauben nicht absagen, undsich zu seiner Kirche bekennen wollen.§. 28. Manche werden diese Beschreibungder Intoleranz zu hart finden. Allein die Ge-schichte bestätiget die Warheit davon, und nurallein politische Verfassungen setzen diesem Hangdas Gegengewicht, daß er nicht leicht zum völ-ligen Ausbruch kommen kan..Ich