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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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Erster Abschnitt.Vorinn gezeiget wird, daß in der christlichen Religion, solange man in selbiger gegen den Willen ihres Stistersin dem äusserlichen Gottesdienst einen inneren reellenWerth setzet, die verschiedenen Absonderungen unver-meidlich sind.§. 1. Die eigentliche speculative Theorie derdogmatischen Theologie hat es mitden speculativen Theorien aller übrigen Wissen-schaften gemein, daß sie verschiedene Sätze ent-hält, die nicht bis zu einer solchen Evidenz theilserkläret, theils erwiesen werden können, daß da-rüber nicht verschiedene, ja selbst ganz gegensei-tige Meinungen behauptet würden. Dies ge-schiehet so gar bey Wissenschaften, in welchenBeobachtungen, so auf physikalische Erfahrungengegründet sind, zu Hülfe kommen; die doch beyder Theorie der Gottesgelartheit gänzlich weg-fallen. Es ist also nicht zu bewundern, daß inder verschiedenen Erklärung theils bloser Wörter,theils des Zusammenhanges und verschiedenerRelation einiger Perioden unter sich, hauptsäch-lich aber des verschiedenen Sprachgebrauchs fastunzählige besondere Meinungen über einige Ur-quellen der Religion entstanden sind, und solange Menschen seyn, auch bleiben werden; esseye dann, daß Gott durch eine neue Offenba-rung uns hierüber die völligste Aufklärung zugeben nöthig finden würde. Es ist bekannt daßso gar über die eigentliche Ausdrücke in den al-ten