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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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161daß jeder Gottesdienst das physische und morali-sche Glück der Menschen zum Ziel haben muß;denn, Gottes Herrlichkeit kan in nichts durcheinen Menschendienst vermehret werden. Gottwill, daß alle Menschen seelig, glücklich seynsollen: sie sollen sich vervolkommnen durch Liebegegen Gott und untereinander. Religion giebtalso dem Menschen nichts anders, als die Er-kenntniß der Mittel zu solcher Glückseeligkeit zugelangen. Dies hatte Christus überal wo er dasVolk lehrete vor Augen; er ließ keine Gelegenheitvorbeigehen ihnen die Warheit davon recht fühl-bar zu machen. Wer von dieser Seite die Reli-gion betrachtet und sich aller unnützen Menschen-satzungen, die nicht zu dem sanften Joch Christigehören, entschlägt, der kan wol nicht anders,dann Gott als seinen größten Wohlthäter ausganzem Herzen, aus allem Gemüth, und ausallen Kräften aufs aufrichtigste lieben. Diesnebst der Liebe des Nächsten ist es und keinereelle Dankerstattung, welche Gott vom Men-schenten, zeigen wolte: schlug er ihnen vor, daß er und diePropheten Baals jeder ein Opfer machen wolten; undwelchen von ihnen der Herr, durch Zeichen des Feuerserhören würde, der solte als wahrer Prophet angesehenwerden. Die Propheten Baals riefen ihren Gott an vomMorgen bis an den Mittag, sie riessen laut sie hink-ten um den Altar sie ritzeten sich mit Messern undpfriemen bis aufs Blut - aber sie wurden nicht erhöret.Elias wuſte nun daß alles dieſes beim wahren Gottes-dienst ganz unnütz seye: er bat nur einige wenige Wortezu Gott, ohne einige äussere Ceremonie dabei zu beob-achten; und Gott erhörete ihn unmittelbar; gleichwieman solches weitläuftig lesen kan im 1ten Buch der Kö-nigen im 18ten Hauptst.