160unter sich heruntersetzen, die nicht die nemlichenCeremonien mit ihnen beobachten.Der göttliche Stifter der christlichen Reli-gion reducirte, zufolge der Geschichterzehlungenaller Evangelisten, den ceremoniellen Dienst aufzwey Sachen, nemlich die Taufe und das Abend-mal. Diese von Gott selbst gestiftete feyerlichsteHandlungen dürfen nun allerdings von keinemMenschen, unter welchem Vorwand es auch wolle,abgeändert oder unterlassen werden; denn beydesollen dazu dienen, den Menschen mit Gott undunter einander näher zu verbinden; ersterm mehrfühlen zu machen, wie sehr sein ganzes Glückvon letzterm abhienge; und wie gern Gott dahin-gegen den Menschen glücklich machen wolle; wo-bey dann immer der zum Fortschreiten des Men-schen in seinem reellen Glück unumgänglich noth-wendiger Satz immer der Grundsatz blieb: manmüsse nemlich Gott im Geist und in der War-heit dienen, und zwarn wie an einem andernOrt gesagt wird, aus der Ursache, weil Gott einGeist ist. Keine äussere Ceremonie kan also et-was reelles seyn, sondern selbige muß nur alseine Beyhülfe für die menschliche Schwachheit an-gesehen werden; damit sie abgehalten werden mö-gen um nicht durch überwiegende Sinnlichkeit ih-ren Schöpfer ausser Acht zu lassen, und alsdenndurch stetes Zunehmen der Sinnlichkeit ihr eigneszeitliches und ewiges Unglück unvermeidlich zumachen. (*) Ueberhaupt ist es wol ausgemacht,daß(*) Als der Prophet Elias den Kindern Israels die Nich-tigkeit des Götzendienstes, welchen sie dem Baal leiste-ten,
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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