151Gottes Gemeinschaft entfernt leben; das ist, nachdem gemeinen Ausdruck, in die Hölle geworfenwerden. Zweitens, Je mehr der Mensch durchdie ihm gegebene Vorschriften verleitet wird ei-nen reellen Werth in die äusserliche gottesdienst-liche Handlungen zu setzen; und zu glauben, daßGott durch selbige würklich geehret, und durchderselben Unterlassung würklich beleidiget werdenkönne. Drittens: oder wenn wol gar gelehretwird, daß der Mensch durch seine blos natürli-chen Kräfte, auf diese oder jene Weise die See-ligkeit verdienen; das ist, selbige durch etwasGotte abverdienen, oder noch wol gar für andereetwas mit verdienen könne. Dieser Gedankenführet unmittelbar nicht allein zu irrigen Gedan-ken von Gott, sondern zur offenbaren Intoleranz.Denn wie kan Gott dem Menschen, der dochnichts weder im Physischen noch Moralischen hat,als was ihm Gott gegeben, etwas schuldig seyn,oder werden? Paulus wirft dieses den Korin-thern, die in ihrem vermeintlichen Verdienst, ei-nen gewissen Werth zu setzen anfiengen vor: undzeigt ihnen ihren Ungrund in folgenden Worten:(n) “Denn wer hat dich vorgezogen? Was hastdu aber, das du nicht empfangen hast? Sodu es aber empfangen hast: was rühmest dudich denn, als der es nicht empfangen hätte?,Wie schrecklich sind die Folgen dieses Gedankens,wenn er einmal beim Menschen aufgestiegen:Je mehrere und grössere Güter der Mensch be-sitzet, desto leichter und geschwinder wird der injedem Herzen liegender Hang zum Stolz entwi-ckelt(a) 1. Br. a. d. Cor. 4. v. 7
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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151
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