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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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150sogen hatten, erfodert wird, um einer solchenGemeine wieder algemeine friedsame Gesinnungeneinzuflössen. Denn der Mensch hängt sich andas Aenssere, und klebt daran; hieraus entstehenVorurtheile, die er oft in seinem ganzen Lebennicht mehr ablegen kan.Ist aber nun die Einkleidung der Religionselbst so beschaffen, daß sie zu diesem schädlichenund irrigen Schluß den Menschen leicht führet,so ist das Uebel um so schlimmer in seinen Fol-gen, da es algemeiner ist; und um so schwererzu heben, weil der Mensch auf desto grössere undoft ihm als unfehlbar anscheinende Autoritäten sichgründet. Alsdenn entstehet die vorhin bemeldteganz offenbare Verfolgung, wovon Christus sagt;man wird meinen: man thäte Gott einenDienst daran. (a) Und worüber Paulus sichausdrückt (b). Sie eifern um Gott, aber mitUnverstand.Dieses muß daher aus jeder Religions Ein-kleidung (*) um so leichter und so mehr folgen,je mehr erstlich: selbige den Menschen glaubenmacht, nur allein in seiner Religion könne manseelig werden, und müßten daher alle ausser der-selben nach diesem Leben unglücklich und vonGottes(a) Evang. Johann, 16. v. 2.(b) Br. g. d. Römer 10. v. 2..(*) Niemand muß sich hier über diesen Ausdruck ärgern;ich habe oben gezeigt F. 6. 7. was ich darunter verstehe,nemlich die eigentliche Form, in welcher die Grundsätzeder Religion und christlichen Moral den Menschen vorge-legt und annehmlich gemacht werden sollen.