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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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148nachdem die äussere Form des Gottesdienstes unddie damit verbundene und angenommene Lehrsätze,die Erzeugung einer oder der andern, im folgen-den Absatz anzuführenden Hauptquellen der In-toleranz begünstigen..§. 29. Die eigentlichen Hauptquellen derIntoleranz sind dreifach.1.) Unwissenheit, und Mangel an Unter-richt des wesentlichen Gottesdienstes, und derchristlichen Moral.2.) Stolz3.) Eigennutz: in diesem letztern Fall ist dieIntoleranz aber nur anscheinend, indem die Re-ligion nur blos zum Deckmantel dient.§. 30. Aus Unwissenheit entstehet die In-toleranz gar leicht auf die im § 28. beschriebeneWeise. Es glaubt alsdenn jeder für seinen be-sondern König fechten zu müssen, obzwar sie imGrunde alle für einen fechten. Der Heilandselbst sagte seinen Jüngern, die sich doch ohneden mindesten irrdischen Eigennutz, blos alleinder Ausbreitung des Evangeliums, und Unterrichtder Menschen widmeten, zuvor: daß man sie aufalle Art verfolgen, ja sie tödten würde. Er setztausdrücklich hinzu, man würde glauben, Gott ei-nen Dienst dadurch zu erweisen; mithin würde eszwar als eine der höheren Pflichten angesehenwerden, aber doch aus Unwissenheit geschehen.Sie würden, wie der Apostel sagt, um Gott eifern,Deraber mit Unverstand.