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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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142Teufels betrachten zu müssen glaubt, so ist esganz natürlich, daß es solchen als einen Anhän-ger des Feindes seines Herrn betrachtet, und wonicht offenbar gegen ihn zu freiten, dennochgänzlich ihn meiden zu müssen glaubt; eben wieder blinde Pöbel von zweyen verschiedenen inStreit begriffenen Regenten, wenn sie von ohnge-fehr zusammen kommen, sich miteinander zanckenund schlagen zu müssen glaubt, wenn jeder vonihnen als ein getreuer Unterthan seines Herrnangesehen werden soll. Aus diesem und dem inden vorigen Abschnitten gesagten siehet man nun,daß dergleichen Denkungsart und Handlungsweisenur allein von dergleichen Menschen erwartet wer-den könne, welche an den äusserlichen Kirchenge-bräuchen und Ceremonien mehr hangen, als andem wesentlichen Gottesdienst und der Liebe desNächsten. Daraus folgt auch ganz natürlich derrichtige Schluß, daß diejenige Religion die größteAnzahl intoleranter Mitglieder aufzuzeigen habe,wobei der größte Werth in den äusseren Gebräu-chen gesetzet wird. Da es aber platterdingsnothwendig ist, daß die Grundwarheiten der Re-ligion immer durch eine gewisse Einkleidung demMenschen nicht allein begreiflich, sondern auchannehmlich gemachet werden (§. 7.) und nichtzu leugnen ist, daß es unter jeden Religionsver-wandten solche giebt, welche sich mehr oder we-niger, ja selbst blos allein an das Aeusserlichehangen, so siehet man leicht, daß es unter allen,intole ante Mitglieder geben müsse. Die Erfah-rung bestätiget dieses auch zur Genüge. Nurwird freilich die Anzahl letzterer in einer Reli-gionsabtheilung für der andern häufiger seyn,nach-