141wo sie den Menschen höhere Moral lehret, über-zeugende Gründe, und zwarn Gründe von derArt, daß ihre Natur, die Methode mit welchersie vorgetragen wurden, und selbst ihre ganze Ein-kleidung nach dem Bedürfnis und der Empfäng-lichkeit derer eingerichtet waren, welchen Gott sieam nächsten zugebacht hatte. Diesen Weg fandGott den besten zu seyn; und kein andrer warder Menschheit, wenn sie gründlich gebessert wer-den solte, angemessen. Der Mensch wählet nem-lich immer das Gute, wenn er sich nur durchseinen Verstand überzeugen kan, welches das besteist. Hiezu gehören deutliche, ihm einleuchtendeBegriffe vom Guten und Böſen. Wie wil erdiese aber erlangen, wenn der Unterricht davonseinen Fähigkeiten, seiner Denkungsart nicht an-gemessen ist? (*) Wie wenig, bloße, heftige Ein-drückeK(*) Mögten doch die Geistlichen insgesamt sich diese War-heit recht einleuchtend machen, und derselben, in demvon ihnen zu gebendem algemeinen so wol als besondernUnterricht, ganz getreu sein und bleiben! Wie vieleMenschen würden nicht dadurch gebessert werden, beydenen sonst jede noch so gelehrte Predigt, oder andererUnterricht nichts wie ein todter Buchstaben ist? Im Phy-sischen findet ja das nemliche statt. Nicht allein sol einvernünftiger Arzt folche Kranken, die zwar ohngesehreine und die nemliche Krankheit haben, aber unter einemganz iverschiedenen Himmelsstrich wohnen, ganz andersbehandeln; sondern er sol an jedem Ort die besondereLage, Beschaffenheit, Abwechslung der Luft 2c. wol auszuforschen suchen, indem die Erfahrung lehret, daßhieraus sehr oft ganz besondere Zufälle entstehen, die sichalsdenn zu anderen Krankheiten hinzugesellen, und dieGenesung der letzteren, wenn der Arzt selbige nicht ken-net und eingesehen hat, wo nicht unmöglich, doch ofthöchst
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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141
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