140tung bringt die Religion, wenn wir ihr folgen,in uns hervor.Ich glaube daher nunmehro gar nicht be-fürchten zu dürfen mich zu übereilen, wenn iches als erwiesen annehme, daß es nicht allein inder Religion, sondern in der Natur des Men-schen, in seiner wesentlichen Glückseeligkeit ge-gründet sey, daß kein Mensch, noch eine Ver-sammlung von Menschen, einen andern verdam-men dürfe, aus welcher Ursache es auch wolle,es seye dann, daß ein solcher die Ruhe unddas Glück der bürgerlichen Geselschaft gestörethat; als in welchem Fal die physischen Strafenhinzeichen. Nichts ist also billiger und vernünf-tiger, als der Ausspruch des Stifters der Reli-gion: Richtet nicht, verdammet nicht. Dies lei-det keine einzige Ausnahme. Der vortreflicheHerr Zaupser, sagt daher: (a) die Gedanken derMenschen richten ist ein Reservat der Gottheit.Der Antheil der Menschen ist — ihre Brüderwenn sie auch irren, zu lieben und zu entschuldigen.§. 24. Wenn wir endlich den Wegen nach-spühren, auf welchen Gott selbst sich von je herden Menschen geoffenbaret, und denselben ihrePflichten, das ist, den Weg glücklich zu werdengezeiget hat, so finden wir nirgends Spuren ir-gend eines Zwanges, welcher der menschlichenNatur Gewalt anthun, ihre Ueberzeugung in ei-nem Augenblick, ohne hinreichende Gründe, um-schaffen solte. Ueberal findet man in der Bibel,wo(⁴) Ueber den falschen Relig. Eifer S. 20.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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140
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