136dem Urtheil der Menschen glücklich gemacht ha-be (*) Der Herr des Weinberges kan ja dem inder Kultur des Weinberges, alle Sorgfalt undMühe angewandt habendem Weisgärmer, garnicht zurechnen, und seinen versprochenen Lohndesfals vermindern, wenn Hagel, Frost, Dürre,u. s. w. die Weinlese gänzlich, oder zum Theilvereitelt haben. Es kömmt nur darauf an, obsein Bestreben die Kultur des Weinberges mitallen Kräften zu besodern, redlich und aufrichtiggewesen ist. Dies, fau man nun zwar beymWeingärtner wissen, wenn man untersucht, ob eralle diejenigen Mittel, die er als Gärtner wissenmußte, gehörig angewandt habe. Wer kan aberim Moralischen dieses von einem Menschen sa-gen. Gewiß käu dieses der Mensch nicht, son-dern Gott allein ist es, der bey den Handlungender Menschen Herz ergründet; mithin kander Mensch nie mit einiger Gewißheit über dieTriebfedern der Handlungen seines Nebenmenschenurtheilen.2.) Nichts bringet in dem Menschen ge-schwinder Lieblosigkeit hervor und ersticket in ihmdie) Es heißt ausdrücklich, die ersten werden die letztenseyn; nemlich in jenem göttlichen geistlichem unpartheil-schem Gericht, wo nur allein die Absichten der Menschenund nicht der Erfolg ihrer Handlungen beurtheilet wer-den wird, werden viele Menschen die man hier nur ausihren Handlungen beurtheilet und für grosse Heiligen an-gesehen hat, dennoch vielen anderen die man hier nichtbemerkte, vorgezogen werden, und viel grössere Ehreund Lohn erhalten. Gott gehet allein auf inneren Werthder Seele und nicht auf äusseren körperlichen Schein.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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136
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