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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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133durch sein Bemühen etwas Gutes gestiftet, seinoder seiner Nebenmenschen Glück beföderthat, sich nicht überheben, sondern vielmehr sei-nem Schöpfer die Ehre geben, und immer seineAbhänglichkeit erkennen solle (*), und hingegenandich nicht gefüsten ꝛc. auch derjenige schon als ein Diebangesehen wird, der in seiner Seele die Handlung schonso gut als volbracht hat. Hierauf gründet sie der Aus-spruch Gottes, daß der Vorsatz, ja so gar eine freyge-lassene Lust eine Sünde zu begeben, von ihn angesehenwürde, als wenn er selbige würklich begangen hätte. Jaein Mensch, der eine Sünde im Herzen, allein durch seinBrach en begebet, verschlimmert schon dadurch derge-stalt seinen moralischen Zustand, und entkräftet die, jederVersuchung ihm nöthige Gegenkraft, daß er nun bei derersten merklichen physischen Versuchung unterliegen, unddie Sünde selbst rheftich begeben, mithins auch seinenphysikalischen Zustand den schädlichsten Folgen aussehenwird. Eben so wol wie Gott also den besten Versatz undBeßreben, nach seinem Vermögen Gutes zu thun, be-lohnen wil, muß er jeden Vorsatz Böses zu thun, sei-nem Nebenmenschen wissentlich Schaden zuzufügen, be-strafen. Auch hier ist überdem die Alweisb. it hätte indem Plan seiner Regierung zu bewundern. Eigentlich zureden, kan kein Mensch dem andern reilles Unglöck an-richten. Er kan ihm freylich physischen Schaden ver-setzen, und diesen ist er, wie billig, im weltlichen Ge-richt zu ersetzen schuldig; aber wir wissen, daß der PlanGottes so weislich eingerichtet ist, daß alles was demRechtschaffenen begegnet, auch das Unrecht, die Unter-drückungen, die ihm von anderen angethan werden, zuseinem wahren Besten gereichen sollen, indem selbige ihnzu einen moralisch bessern Menschen machen, und er zudieser höhern Stufe der Vervolkommnung nicht ohne der-gleichen unangenehme Begebenheiten eben so wenig ge-langen konnte, als der Kranke aenesen würde der z. E.beym kalten Brande nur wohlschweckende Arzney neh-men und keinem Wundarzt den Gebrauch der unange-nehmen Instrumenten gestatten wolte.(*) Viele gutgesinnte Menschen stossen hier, wie ich oft be-merket habe, an verschiedene Klippen. Sie stellen sichnemlich