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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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132sammeln Eltern ihren Kindern Schätze; oder ver-schaffen ihnen Ehrenstellen, wodurch letztere un-glücklich werden? Dahingegen, wie oft wird nichtdas Unglück, ja der völlige Ruin der Eltern,der Keim eines viel grössern Glückes für dieKinder, als je derselben Eltern besassen, oder sichnur versprechen konnten? Es ist und bleibt alsowahr, was Salomo sagt (a) "Er aber thut alles sein zu seiner Zeit, und lässet ihr Herzsich ängsten, wie es gehen sol in der Welt;denn der Mensch kan doch nicht treffen dasWerk, das Gott thut, weder Anfang nochEnde.-.Gott hat es daher sehr weislich geordnet,daß der Mensch sich täglich an die Warheit erin-nern sol, daß die Erreichung des ihm vorgesetz-ten Endzweckes nicht von ihm, sondern von dem,vom alweisen Schöpfer festgesetzten Plan abhan-ge; (*) damit er an der einen Seite, wenn erdurch(a) Prediger Buch. im 3. Cap. v. 11.(*) In Ansehung der hösen Handlungen der Menschen fin-det das nemliche statt. Es hängt nicht vom Menschen;der Lust zu schaden hat, immer ab seine Lust zu vol-bringen. Hierin wird er oft zurückgehalten. Und auchhier kommt es im moralischen, geistlichen Gericht nichtso sehr auf das Resultat, sondern, die Absicht der Hand-lung, nemlich auf den Willen des Menschen an. Nur dasResultat der Handlungen bestimmt eine grössere physischeStrafe. Nach der peinlichen Halsgerichtsordnung mujein bloser Dieb 3. alte Goldgülden (ohngefehr drei Du.katen) werth gestohlen haben, wenn er sol gehängerwerden. Ein jeder siehet aber, daß bey Gott, der ausweisen Absichten zum Besten des Menschen sagte; Laßdich