135S. 19.) "Wer hat je die Eindrücke, welche die„Warheit bei einem Menſchen machen ſol, mitden Eindrücken, welche die Erziehung schonzuvor gemacht hat, das Verhältniß der Fähig-keiten, und Seelenkräfte mit der Stärke einesBeweises, die Macht der Leidenschaft, die sich„ohne daß es oft der Mensch gewahr wird, auchbei dem Redlichsten ins Gespiel mischet, be-sonders, die einem jeden Menschen so eigneFurcht vor Religionsveränderung so genau ab-gewogen, daß er zu dem Irrenden im Rich-terton sagen darf: Gehe hin in das ewigeFeuer!-Es ist dieses der menschlichen Natur auchganz angemessen. Denn1.) Im moralischen Gericht kommt es beydem würkenden Menschen, nicht auf das Resul-tat, sondern auf den Endzweck, die Absicht sei-ner Handlung an. — Der Mensch ist nicht Herrüber den Erfolg seiner Unternehmungen, sonderner muß sich von dieser Seite gänzlich dem Wil-len der Vorsehung unterwerfen; er muß dieses umso mehr thun, da er nicht weiß, noch wissen kan,ob dies oder jenes Resultat seiner Handlungenmit dem Plane der Vorsehung übereinstimme;und da er weiß, daß dieser Plan der allerwei-seste ist, und desselben Einrichtung alle seine Gei-steskräfte unendlich übersteiget, so beruhiget sichder Weise gar leicht, er mag den ihm vorge-setzten Endzweck erreichen, oder nicht. Es istihm genug einzusehen, daß sein Endzweck gutwar, und er zu dessen Erhaltung alle diejenigenMittel
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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135
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