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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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134 und selbst aller Ketzer hätte in ihrem ganzen4 weitesten Umfang ihre Richtigkeit, hätten wirmehr Recht dadurch, diese Unglaubigen, dieseKetzer zu hassen? Steht es den Kindern, wel- che die Erbschaft des Vaters bekommen, zu, diejenigen Kinder, die sie nicht bekommen, zu verfolgen? Maß man ihnen, weil sie jenseits des Grabs ewig unglücklich seyn werden, aucher hier in dieser Welt das Leben so bitter als4 möglich machen? Der wahre Glaube ist eine Gabe Gottes: hätte es der göttlichen Vorsichtgefallen ihn allen Menschen mitzutheilen, sowürd' es ihr eben so leicht gewesen seyn, die-ses Licht, wie das Licht der Sonne, über die ganze Welt aufgeben zu lassen. Uns stehet nicht zu, die Ablichten zu untersuchen, welche sie hatte es nicht zu thun. Ueberhaupt sagtuns die Offenbarung ja ganz deutlich, daß in derzukünftigen Welt, der Zusammenhang zwischengutem und hösem moralischem Bemüben auf die-ser Welt, und guten und bösen Folgen in jenerWelt bleiben und sich offenbar äussern werde:Dies kan jedem gnug seyn, und braucht keinerdabei für die Gerechtigkeit Gottes sich zu ängsti-gen. Es ist dies um so unschicklicher, da keinMensch die Anlage zum Guten, noch die derEntwickelung der moralischen Vervolkommnungentgegen stehende innern Ursachen, seines Neben-menschen wissen kan. Der vortrefliche=HerrZaupfer drückt sich hierüber so treffend aus, daßich nicht umhin kan, seine eigene Worte auchhierüber noch anzuführen (Noch ein paar Worteüber den falschen Religionseifer den VI.Punkten eines Ungenannten entgegengesetztS. 19.)