133„Auge als Herr v. Haller, auf die Worte des„ Völkerapostels in seinem Sendschreiben an died Römer im 2 Kapitel (S. oben) worin er aus-„ drücklich sagt, daß diejenigen, welchen das Ge-setz nicht geoffenbaret worden, nach dem Ur-theile ihres Gewissens und nach dem Gesetzeder Natur werden gerichtet werden.,, H. Z.„ sagt ferner Seite 24 “ Ich weiß nicht, wiemirs so wohl ums Herz wird, wenn ich soviele Millionen meiner Mitmenschen, welcheman mir immer in den Schulen als unwiderruflichverlohren vorsagte, als Miterben desjenigen, der"für alle Menschen sein Leben gegeben hat, undim Glanze der Erlösten erblicke. Wärs auchnur Täuschung! wie süß, wie Seelenerhebend,wie Glaubenstärkend wäre sie, diese Täuschungs-„ Betrachte ich hingegen auf einer Seite die„ heiße Andacht, mit welcher der Indianer inseinen Pagoden brennet, die strenge Fasten,die schrecklichen Bußwerke, mit denen er seineSünden abzubüssen und die beleidigte Gottheitzu versöhnen suchet — und denke auf der an-„ dern Seite den schrecklichen Gedanken: Dieserarme gute Wilde wird ohne Rettung hinabstür-zen in den Schwefelpfuhl, ein ewiges Opfer„der Hölle, und der Gegenstand eines unauf-hörlichen unbeschreiblichen Elendes seyn, weiler sich zu einer Religion nicht bekennt hat,die er nicht kennen konnte, und die ihm nicht„ ist geoffenbaret worden — so halt ichs nichtaus — meine Seele erlieget — und ruft mitWehmuth zu Gott: Vater der Menschen, istdas möglich. Gesetzt aber diese harte Mei-nung von der Verdammniß aller Unglaubigen;und
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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133
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