Druckschrift 
Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127Andere sehen noch dazu die Gerechtigkeit dermeisten Foderungen aus Gründen ein.Anderen fehlet dieses aber alles; sie kennenalso wenigere Pflichten, denn es fehlt ihnen anGelegenheit sie kennen zu lernen, und haben we-nige Ermunterung sie auszuüben. Sie werdendurch keine Versprechungen, Belohnungen nochangedrohete Strafen dazu angetrieben. Ob Gottdeswegen letztere nicht wie die vorigen behan-delt, weil er vorausgeſehen, daß die Velſtreckungseiner gesetzlichen Strafen in diesen Gegenden soofte würde erfodert werden, daß durch die Strafemehr Uebel entstehen, als der Schaden der unbe-kannten, oder vernachläßigten Gesetze betragenwürde, kan kein sterblicher untersuchen, vielweni-ger bestimmen. Gnug daß alle drei Abtheilungenstrafbar sind, wenn sie eine Gelegenheit zu derErkenntniß ihrer Pflichten wissentlich versäumen,oder eine Ermunterung dazu wissentlich unter-drücken, und am meisten, wenn sie gegen daswürklich erkannte handeln.Nun kennen aber die Heiden keine anderePflichten, als welche sie durch Anleitung der Ver-nunft erkennen könner. Den Juden aber, undeinigen benachbarten Völkern in den spätern Zei-ten, sind ihre Pflichten bekannt gemacht unddurch Strafen und Drehungen angedrungen wor-den. Den Christen ist dieses alles aber in demgrösten Maaß geschenket worden.Alle diese Abtheilungen können nun ein ge-wißes Glück erreichen. Christen das größte; Män-ner