126jeden Standes, beruhet auf die Begriffe, so sichein jeder vom Schönen macht. Nun liebt zwarein jeder Stand das Schöne, aber jeder Standlebt unter anderen Gegenständen; von diesen nimmter die Begriffe von Schönheit her; nach diesenBegriffen ertheilt er nun; und also hält der Bauerdas schon für ein Master und freuet sich dabei,was der Handwerker weit unter die Mittelmäßig-keit zu seyn glaubt. Der Künstler hält aber dasfür sehr gewöhnlich, ja schlecht, was der Hand-wecker für ausnehmend schön hielte. u. s. w. Daalso die Freude immer aus dem Begriffe, denman von der Schönheit einer Sache hat, ent-springt, so freuet sich ein jeder Mensch in seinerArt, und keine Abtheilung kan gegen ihren Schö-pfer mütren, daß sie nicht die andre seye. Denn,keine ist unglücklich, obgleich die oberste Gattun-gen derselben, die untern oft als höchst unglück-lich ansehen. Alle diese Unterthanen haben da-her die nemlichen Pflichten der Chrfurcht, desGeborsams und der Liebe gegen ihren Herrenauszuüben. Denn er ist des einen Herr, wieder Herr des anderen, aber eines jeden auch be-sonders, wie es die Umstände und Lage mit sichbringen. Ein Verbrechen gegen diese Pflichtenstrafet also der Herr an allen mit Recht und oh-ne Ansehen der Person.Nun finden wir aber, daß Gott in Be-kanntmachung der Pflichten welche die Menschengegen ihn so wol als unter sich selbst haben, sehrverschieden nach den besondern Völkern gehandelt hat.Einige nemlich werden zu ihren Pflichten,zum nützlichen, zu dem, woraus die Glückseelig-keit des Ganzen entstehet, unmittelbar ermahnet;
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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126
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