125treu waren und hiernach Gott fürchtetenund Recht thaten, als Gotte angenehmeMenschen betrachtet. Paulus läßt endlichgar keinen Zweifel mehr hieran, wenn er sagt:(a) Welche ohne Gesetz gesündiget haben, diewerden auch ohne Gesetz verlohren werden;„ und welche am Gesetz gesündiget haben; diewerden durchs Gesetz verurtheilet werden, sin-u temal vor Gott, nicht die das Gesetz hören,gerecht sind: sondern die das Gesetz thun,werden gerecht seyn. Denn so die Heiden, die4 das Gesetz nicht haben, und doch von Natur„ thun des Gesetzes Werk: dieselbigen, dieweil sie„ das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbstu ein Gesetz; damit daß sie beweisen, des Ge-seheswerk sei beschrieben in ihrem Herzen, sin-„ temal ihr Gewissen sie bezeuget; dazu auch dieGedanken, die sich unter einander verklagen„ oder entschuldigen. Auf den Tag, da Gott„ das Verborgene der Menschen durch Jesum„ Christ richten wird, laut meines Evangelimus.,Es ist und bleibt ja ohnehin ein Grundsatz;daß der Mensch wer er auch seye, nichts habe,was er nicht von Gott seinem Schöpfer erhaltenhat. Dies gebet die Heiden so wol an, als dieJuden, und Christen. Ein jeder hat sein Talentempfangen, hiemit sol er wuchern, d. i sich undandere glücklich machen. Es ist ferner gewiß,daß man keinen Stand auch auf dieser Erde fürunglücklich ansehen kaf. Denn die Vergnügun-gen, oder welches einerlei ist, das Glück einesjeden(*) Römer 2. v. 12. 13. 14. 15. 16.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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125
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