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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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2. Jeder äussere Gottesdienst ist nichts wesentli-ches, sondern kan nicht anders als Mittel zurErkenntniß und Ausführung obiger Hauptre-geln angesehen werden: nicht weniger muß manselbige nach den verschiedenen Völkern undPerioden abändern können.Ich habe gesucht diese zwei Sätze in die-sem Abschnitt zu beweisen. Daß aber auch selbstverschiedene Meinungen und Gebräuche; 14,selbst verschiedene Religionen auf die bürgerlicheZusammenlebung gar keinen Einfluß haben müssen,wil ich in folgendem Abschnitt zeigen. Ich mußaber doch, ehe ich diesen Abschnitt endige zurBenutzung des darin gesagten, noch folgendeSchlußrede hinsetzen: Entweder ist die äussereEinkleidung einer gewissen christlichen Religionreel und hat für sich das Ausschliessungsrechtauf's Himmelreich: und die anderen sind sodannnicht allein unnütz, sondern ziehen für ihre Be-obachter die unfehlbare Folge, die Unmöglichkeitdes Besitzes himmlischer Güter unmittelbar nachsich: oder die Einkleidungen der verschiedenenchristlichen Religionen und Meinungen in densel-ben, in so fern nemlich keine derselben, einemder oben bemeldten Grundsätzen der Religion zu-wider ist, haben in sich keinen anderen Werth,als daß eine vor der anderen bessere und schick-lichere Mittel an Hand giebt um den Endzweck derReligion mehr oder minder zu erreichen. Eindrittes ist nicht möglich. Denn ob auch ausserder christlichen Religion, der Eingang ins Him-melreich moͤglich seye, gehet mich hier nicht an-Wenn man nun so wol das in diesem Abschnittvor